Der Verein MLC-Fribourg

Infolge des Filmes Morgen Cyrils Dions und Mélanie Laurents hat sich ein Hundert Personen in Kaffee des ehemaligen Bahnhofes gesammelt. Das war der Anfang der Bürgerbewegung “Fribourg Demain”. Unter der Führung von Fribourg Demain wurden mehrere Initiativen eingerichtet: Partizipationgärten, Buchschachteln in der Stadt, oder noch die Arbeitsgruppe ” Wirtschaft und Geld “. Infolge eines Erwägungsjahres gründet sich unsere Arbeitsgruppe im Verein im November 2017. Mit 7 Mitglieder (Caroline Arbellay, Nikolina Langura, Alexandre Brodard, Benoît de Raemy, Edouard Perroud, Jacques Levrat und Simon Murith) sammelt sich das Komitee 1 – 2 Mal monatlich, um das Projekt zu realisieren.

Vorstellung der Konten 2018

Für mehr Transparenz können Sie die Konten einsehen, indem Sie auf die Schaltfläche unten klicken. In Vorbereitung auf die Drachenzeremonie vom 26. November, für die Sie hier weitere Informationen finden. Wir bedanken Sie für Ihre Anmerkungen.

Vorstellung des Budgets 2019

Für mehr Transparenz können Sie das Budget einsehen, indem Sie auf die Schaltfläche unten klicken. In Vorbereitung auf die Drachenzeremonie am 26. November, für die Sie hier weitere Informationen finden. Wir bedanken Sie für Ihre Anmerkungen.

Text von Nicolas Maradan in der Zeitung “La Liberté”

Mit freiburger Lokalwährung bezahlen

Im Jahre 1422, gibt der Kaiser Sigismund der Stadt Freiburg das Recht Währung zu prägen. Sechs Jahrhunderte später, könnte die Zähringer Stadt dieses Privileg wiedererhalten. In der Tat soll eine Gruppe von Bürgern eine lokale Währung, auf dem Schweizer Frankenkurs ausgerichtet, schaffen. “Wir wollen kleinen unabhängigen Händlern, über denen viele Bedrohungen schweben, helfen” betont Edouard Perroud, Präsident des Vereins Regiogeld Freiburg, welcher im November letzten Jahres gegründet wurde.

 

Auch ein Gruyerzer Projekt

Die Idee kam 2015 zum Zuge, nach der Veröffentlichung des berühmten Dokumentarfilms “Demain”, der Wege präsentiert den ökologischen Übergang von Bürgerinitiativen zu sichern. Hier ist das Ziel, die lokale Wirtschaft anzukurbeln, die Stärkung der sozialen Bindungen und Solidarität, in der Kantonshauptstadt und Umgebung zu fördern. “Wir wollen kurze wirtschaftliche Kreise unterstützen, mit weniger Zwischenhändlern”, sagt Alexandre Brodard, Vereinsmitglied. “Und bieten ein Schaufenster für kleine Händler” fügt Caroline Arbellay hinzu, auch Vertreter des Vereins.

 

Den Markt dynamisieren

Andere Regionen haben bereits ihr Geld : Farinet im Wallis, Léman am Genfersee. Letzterer kann bei 550 Anbietern benutzt werden – Schuhhändler, Zahnarzt oder Friseur – in den Kantonen Waadt, Genf und auch im Ain oder in der Haute-Savoie. “Die Zahl steigt regelmäßig”, genießt Jean Rossiaud, der Sprecher des Lémanprojekts, 2015 gestartet. Derzeit zirkuliert das Äquivalent von 165’000 Franken in den Kassen und Geldbeuteln. Der Léman hat auch ein Buchgeld lanciert, mit der Schaffung einer elektronischen Währung. “Das Kredit-Mutuel System ist immer ausgeglichen”, versichert Jean Rossiaud.

 

Lokale Währungen sind auch im Ausland sehr weit verbreitet. “In Frankreich, hat es in den 1990er Jahren begonnen. Heute sind um die 40 Währungen im Umlauf”, meint Edouard Perroud. Und ein ähnlicher Ansatz – namens Grue – ist geplant, im gebietsübergreifenden Saanenland, Pays-d’Enhaut und Gruyère. “Wir starten einen Wettbewerb um das Design der Noten im November zu entwickeln”, verspricht der Initiator des Projekts, Simon Rauber.

 

In Freiburg, könnte das Regiogeld im nächsten Jahr eingeführt werden. Das schätzungsweise 20’000 Franken Startbudget soll unter anderem mit Crowdfunding erreicht werden. Ein Wettbewerb, um den Namen der künftigen Währung zu bestimmen, läuft bis Mitte September. Aus 200 öffentlich gesammelten Vorschlägen bleiben 5 übrig: Zähri, Fribatz, Bolze, Drache und Dzo. Es ist möglich Stimmen via Internet oder durch Urnen, in einigen öffentlichen Orten wie das Motta Bad, zu deponieren. Für die Initiatoren, ist das wichtigste die lokalen Händler zu überzeugen, die neuen Banknoten zu akzeptieren. “Die Hoffnung ist, dass eine große Anzahl von lokalen Händlern teilnehmen. Insbesondere Kleinhändler, zum Beispiel diejenigen die auf dem Markt sind. Wir streben nicht Coop oder Migros an. Es wäre auch interessant, wenn einige Veranstaltungen, wie zum Beispiel Les Georges am Projekt teilnehmen würden, betont Alexandre Brodard.”

 

Der Konsument kann dieses Geld in einigen Wechselbüros eintauschen. Jedoch, wird es nicht möglich sein, dafür wieder Schweizerfranken zu erhalten. “Um den Markt zu dynamisieren muss sich das Regiogeld innerhalb des Netzwerks umwälzen”, sagt Edouard Perroud. Und was tun falls ein Händler zu viel lokale Währung sammelt? “Es gibt mehrere Lösungen, wie Produkte von lokalen Produzenten zu beziehen, oder Mitarbeiter teilweise mit Regiogeld zu bezahlen. Falls ein Händler wirklich in der Klemme ist, kann der Verein ihm sein Regiogeld gegen Franken, zu einem bestimmten Umrechnungskurs, eintauschen, sagt der Präsident. “Der Händler kann auch Zahlungen in lokaler Währung nur bis zu einem bestimmten Betrag akzeptieren “, fügt Alexandre Brodard zu.

 

Drei Fragen an Christian Riesen

Präsident der « Fédération cantonale fribourgeoise du commerce indépendant de détail »

 

Wie beurteilen sie die Idee einer lokalen Währung in der Stadt Freiburg und Umgebung ?

Alles, was Konsumenten und Händler näher bringen kann, scheint mir eine gute Initiative. Heute sprechen wir mehr und mehr von der Notwendigkeit, lokal einzukaufen  und kurze Absatzwege zu fördern. Dieser Ansatz scheint mir in diese Richtung zu gehen.

 

Kann dies jedoch die Aufgabe der Händler erschweren, sie müssen zum Beispiel zwei Kassen führen ?

Nach den bereits gewonnenen Erfahrungen, kann das in der Tat ein Hindernis sein. Die Herausforderung ist es vor allem, das sich schnell eine große Auswahl von Anbietern findet, die Regiogeld akzeptieren. Dadurch können die Händler wieder Geld in den Kreislauf setzen, indem sie beispielsweise ihre Lieferanten mit Regiogeld bezahlen.

 

Könnte das Regiogeld die Rettung des Detailhandles sein ?

Es ist wahrscheinlich eine der Lösungen neben vielen andern, je nach Branchen. Meiner Meinung nach, passt sich eine lokale Währung, nicht unbedingt in allen Branchen an. Jedenfalls hat niemand Interesse daran, dass der lokale Handel, zugunsten der Online-einkäufe, eingeht, was verwaiste Innenstädte und Verkaufsstände mit immer weniger Auswahl zur Folge hätte”.

 

Unterhalb des Bildes: damit die Bevölkerung wählen kann, haben Edouard Perroud, Alexandre Brodard und Caroline Arbellay (von links nach rechts) Urnen an einigen öffentlichen Stellen, wie im Motta Bad, eingerichtet. Corinne Aeberhard